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Millionen-Betrug aufgedeckt: Die wirtschaftliche Lage bei Barça ist schlimmer als gedacht!

Joan Laporta
Foto: IMAGO

Dem FC Barcelona stehen turbulente Wochen und Monate bevor. Barça-Präsident Joan Laporta hat am Dienstag die Ergebnisse einer unabhängigen Finanzprüfung vorgestellt, welche die Veruntreuungen von Vereinsgeldern in Millionenhöhe beweisen. Laut Laporta ist die wirtschaftliche Situation des FC Barcelona zudem deutlich schlimmer als zunächst gedacht.

Laporta hat am Dienstagmittag auf der eigens einberufenen Pressekonferenz schwere Vorwürfe gegen die ehemalige Klubführung rund um Ex-Präsident Josep Maria Bartomeu erhoben. Laut Laporta wurden in der Vergangenheit „Zahlungen ohne Grund, andere mit falschem Grund und wieder andere ohne Verhältnismäßigkeit“ getätigt. Demnach gibt es eindeutige Beweise, für ein „illoyalen Umgang mit dem Vereinsvermögen.“

Der 59-jährige betonte, dass man den Betrug transparent aufarbeiten möchte: „Wir wollen keine Komplizen sein. Wir legen die Fakten in die Hände der Staatsanwaltschaft. Die Mitglieder haben ein Recht darauf, die Fakten zu erfahren, die uns in den Ruin geführt haben.“

„Es geht um äußerst schwerwiegendes, grob kriminelles Verhalten“

Laut Klub-Anwalt Jaume Campaner handelt es sich um zweifelsfrei um strafrechtlich relevante Vorgänge: „Es geht um äußerst schwerwiegendes, grob kriminelles Verhalten. Wenn Sie Geld verwalten, können Sie es nicht verschenken, als ob es Ihr eigenes wäre.“

Wie Campaner berichtet, wurden Millionenbeträge ohne genaue Angaben an Dritte überwiesen. In einem konkreten Fall gab es „unrechtmäßige Zahlung“ in Höhe von 15 Millionen Euro an einen anderen Verein. Zudem wurden durch die Ermittlungen Fälschungen in der Buchhaltung aufgedeckt: „Die wirtschaftliche Situation wurde bewusst verzerrt, um sie zu verschleiern, indem Spieler, Käufe und Verkäufe zugelassen werden. Die Umsätze wurden aufgebläht, um finanzielle Macht zu erlangen.“ Nach Angaben des Klubs wurde die Staatsanwaltschaft bereits eingeschaltet.

Besonders bitter: Im Rahmen der Ermittlungen wurde bekannt, dass Barcelona mehr Schulden hat als angenommen. Die Katalanen waren bis dato von Verbindlichkeiten in Höhe von 1,35 Milliarden Euro ausgegangen. Laut Laporta ist die Lage jedoch deutlich schlimmer: „Wir haben uns bereits eine sehr schlechte wirtschaftliche Lage vorgestellt, aber sie ist katastrophal.“